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14.11.2018

DCV-Mitgliederversammlung tagte in Dortmund

Am 3. November trafen sich über 70 Delegierte, Gäste und MitarbeiterInnen des Deutschen Chorverbands (DCV) in Dortmund zur Mitgliederversammlung. Es war zugleich die erste unter der Leitung von Christian Wulff als DCV-Präsident, der das Amt im Februar 2018 von Henning Scherf übernommen hatte.

"Unseren Vereinen und Verbänden kommt eine große Bedeutung zu, um der zunehmenden Vereinzelung und dem an vielen Stellen schwindenden Zusammenhalt in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken", betonte Christian Wulff und bedankte sich in seiner Begrüßung herzlich bei allen ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten. Der große Wille zur Mitgestaltung und Beteiligung sei für ihn im Verband in den vergangenen Monaten deutlich spürbar gewesen.

Wichtiges Anliegen sei es, sich weiter dafür einzusetzen, dass die Bedingungen für das Amateurmusizieren grundsätzlich besser werden und die Chöre mehr Unterstützung erfahren. "Wir müssen darauf aufmerksam machen, auf welch wunderbare Weise unsere Chöre ganz vielen Menschen Heimat geben und wie wichtig das Singen in Gemeinschaft für den Zusammenhalt ist", so Wulff. In diesem Sinne sei es vordringliche Aufgabe im Deutschen Chorverband, die Lobby- und Netzwerkarbeit zu intensivieren und zu verstärken.

Angesichts der unterschiedlichen Baustellen, die innerverbandlich angegangen werden müssen und denen sich die einzelnen Präsidiumsgruppen und Kommissionen in den vergangenen Monaten bereits intensiv gewidmet haben, sei hier vor allem der intensive Dialog mit den Mitgliedsverbänden, eine neue Zugewandtheit zu den Chören an der Basis und das Miteinander auf Augenhöhe zentral.

"Wir wollen es gemeinsam schaffen", so Christian Wulff zusammenfassend.

Dieser Aspekt kam auch in den weiteren Berichten zum Jahr 2017 immer wieder zum Tragen. Ein ausdrücklicher Dank ging dabei an das vorherige Präsidium, das in diesem Prozess entscheidende Weichen gestellt hat.

Zu den zentralen Beschlüssen der diesjährigen Mitgliederversammlung gehörte unter anderem das einstimmige Votum der Delegierten, ein Beitrittsgesuch an den Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V. zu richten. Zu diesem werden sich die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e. V. (BDC) und die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände e. V. (BDO) im kommenden Jahr zusammenschließen(siehe Meldung auf Seite 36).

Außerdem folgte man den Empfehlungen der Kommission "DCV-Beitragsordnung/DCV-Reform" und erteilte dabei unter anderem dem Präsidium den Auftrag, zur Mitgliederversammlung 2019 für die Satzung einen Vorschlag zur Einführung einer Fördermitgliedschaft für Institutionen und Einzelpersonen einzubringen. In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls beschlossen, für ChorleiterInnen eine eigene Mitgliedschaft einzuführen sowie an der Bundesgeschäftsstelle eine neue Struktur für eintrittswillige Chöre aus Regionen ohne DCV-Mitgliedsverband zu schaffen. Diesen Chören soll der Dachverband so lange eine Heimat bieten, bis wieder geeignete Strukturen in den entsprechenden Ländern vorhanden sind.

Weiterhin wird ab dem kommenden Jahr ein Exemplar der Chorzeit direkt an die ChorleiterInnen der Mitgliedschöre gehen, die zweite Ausgabe erhält wie gewohnt der Verein. Zusätzlich können dann auch alle SängerInnen der Mitgliedschöre die Chorzeit online lesen, da eine digitale Ausgabe der Zeitschrift auf den Weg gebracht wurde (ausführliche Informationen dazu in der nächsten Ausgabe).

Auf Empfehlung der Präsidiumsgruppe "DCV-Öffentlichkeitsarbeit" wurde zudem eine neue Kommission eingerichtet, die sich mit dem Selbstverständnis des Deutschen Chorverbands befasst und konkrete Empfehlungen für die Ausrichtung und die Ziele des Gesamtverbands erarbeitet.

Ebenso folgte man dem Antrag der Deutschen Chorjugend zur Gründung einer Kommission "Nachwuchsförderung des Deutschen Chorverbands". Diese soll der DCV-Mitgliederversammlung 2019 ein tragfähiges Konzept zur Sicherung chormusikalischer und chorpädagogischer Jugendarbeit vorlegen.

Nicht nur in der Einstimmigkeit bei den Beschlussfassungen kam in Dortmund eine besondere innerverbandliche Einigkeit und Solidarität zum Ausdruck. Dass man gemeinsam und auf Augenhöhe die aktuellen Herausforderungen angeht, wurde auch an vielen anderen Stellen deutlich. Beispielsweise dankte auf Seiten der Delegierten Erika Schulz vom Chorverband Hamburg dem DCV-Präsidium für die aktive Unterstützung, damit in Hamburg das Amateurmusizieren wieder verstärkt politisches Gehör findet und neue Kooperationen wie die mit dem Landesmusikrat entstehen konnten.

Nicht fehlen durften in Dortmund selbstverständlich die Chormusik und der Gesang selbst: Der Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund unter der Leitung von Felix Heitmann rahmte die Mitgliederversammlung zu Beginn wortwörtlich musikalisch ein. So gruppierten sich die jungen Sängerinnen und Sänger im Saal um die Delegierten herum und hüllten sie in ihren wunderbaren Chorklang. Auch der Deutsch-türkische Internationale Chor begeisterte die Anwesenden. Unter der Leitung von Enver Yalcin Özdiker und Betin Güneş waren alle im Saal eingeladen, mit einzustimmen und auch Christian Wulff mischte sich dabei mit unter die Chorsängerinnen und Chorsänger.

Somit lag zum Ende der Versammlung für den DCV-Präsidenten das Fazit nahe, dass überall dort, wo mehr gesungen werde, das Miteinander stets harmonischer verlaufe.

Bilder aus Dortmund finde sich hier auf unserem Blog.

 

 

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