Geschichte des Deutschen Chorverbandes

Die Bewegung der deutschen Laienchöre geht auf die Vorläufer der bürgerlichen Revolution im Deutschland des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts zurück. Erstmals außerhalb der Kirchenmusik schlossen sich Gruppen in jener Zeit zu Liedertafeln und Singgemeinschaften zusammen. Mit dem Deutschen Sängerbund gründete sich 1862 dabei der erste nationale Dachverband für das Singen. 1990 zählte dieser zu den ersten Verbänden, die die Wiedervereinigung mit den Sängerinnen und Sängern in den ostdeutschen Bundesländern organisatorisch und inhaltlich bewältigten: Hierbei stand zunächst ein Neuaufbau von unabhängigen Vereins- und Verbandsstrukturen im Vordergrund, da zuvor das Chorleben in der DDR vor allem an staatliche Institutionen, an Werkschöre und ähnliches gebunden war. Daneben teilte sich die Verbandslandschaft in der Bundesrepublik noch in die bürgerliche und die Arbeitersängerbewegung auf. 2005 fusionierten dann der Deutsche Sängerbund und der Deutsche Allgemeine Sängerbund (1908 als Deutscher Arbeitersängerbund gegründet) zum heutigen Deutschen Chorverband (DCV) – ein weiterer großer Schritt in die Zukunft.

Im Jahr 2008 verlegte der DCV seinen Sitz von Köln nach Berlin, um aus der Bundeshauptstadt seinen kulturpolitischen und musikalischen Beitrag als Bundes- und Fachverband zur Stärkung und Entwicklung der Chor- und Amateurmusik in ganz Deutschland zu leisten.

Mit der Neuaufstellung und Entwicklung seiner bundesweiten Programme und Projekte wie unter anderem der chor.com als Fachkongress, der Carusos-Initiative zur Förderung des gemeinsamen Singens in Kindergärten und Kitas sowie den alle vier Jahre stattfindenden, medial präsenten Deutschen Chorfesten, hatte der DCV großen Anteil daran, das gemeinsame Singen fest in der Gesellschaft zu verankern.

Arbeitsstätte und Geschäftssitz des Deutschen Chorverbandes sowie weiterer Berliner Musikinstitutionen ist seit 2021 das Deutsche Chorzentrum in Berlin-Neukölln, welches vom Deutschen Chorverband aus Eigenmitteln und öffentlichen Förderungen des Bundes und des Landes Berlin errichtet wurde. Es fungiert als nationales Zentrum der Interessenvertretung der Chorszene.